Am Rande des Daseins einer anderen Existenz funktionierte einst ein Monster. Wohl behütet hinter einer Tür - gut geölte Angeln, fein gefertigtes Schloss - fristete dieses Monster sein Bestehen in der beklemmenden Einsamkeit eines Zimmers, welches Leben heißt. Sein eigenes Leben.
Eine Klinke hat die Tür nur an einer Seite, geöffnet werden kann sie nur von außen. Im inneren entfaltete sich die eigene Welt des Monster nur mäßig: die träge Schwüle und Dichte der eigenen Gedanken ließen das Zimmer zu einer Sauna des Gehirns werden. Hier wurde alles ausgeschwitzt und gehortet was der Kopf hergab. Leider wird aus solch einer Sauna leicht ein Kochtopf, dessen Deckel eine einseitig benutzbare Tür ist. Allzu schnell fand sich das Monster zwischen Zwiebeln und Kartoffeln wieder, brodelnd im eigenen Saft. Eine Dampffontäne schießt in diesem Moment jedem entgegen, der die Tür unvorsichtig öffnet. Jedem der sich nicht genug Zeit nimmt, die heiße Wolke der Gedanken abzuwarten. Jedem, der die Tür zu flüchtig öffnet.
Zur Notwendigkeit genötigt. So fühlte sich dieses eine Monster. Da es die Tür nicht selbst benutzen konnte, musste es darauf warten, bis jemand anders es tat. Das passierte nicht oft. Und wenn doch jener eine, seltene, unglaubwürdige Fall eintritt, dann geht man hinein und schließt die Tür sorgfältig hinter sich, dass sie stramm in den Angeln sitzt. Selbstbestimmung ist fehl am Platze. Lasst es nicht hinaus, denn es ist ein Monster.
Monster gibt’s, die gibt’s gar nicht. Wahlspruch aller die sich ein Monster halten. Wohl behütet in einem Zimmer, mit nur einer Tür – versteht sich. Was dieses Zimmer mit dem Monster zum Verkaufsschlager machte ist die Löschfunktion. Halten, warten Sie, laufen Sie nicht weg. Wer wird denn schon sein hauseigenes Monster tilgen wollen? Jedoch, lässt sich alles rund um das Monster herum entfernen; fleckenlos. Damit auch niemand mitbekommt, dass es existiert.
Verwahrlosung ist ein Wort, welches dem Monster nicht fremd war. Man redet hier nicht von körperlicher Vernachlässigung – Körperlichkeiten gab es ohnehin nie viele -, nein, die Psyche des Monsters ist hier im Gespräch. Die Zeitspanne des Desinteresses am eigenen Monster reicht von wenigen Tagen bis zu mehreren Wochen. Beschwerden werden mit eiserner Hand abgeschmettert. Es gibt nun mal wichtigere Dinge, als ein Monster, dass in einem Zimmer wohnt, welches nur eine einseitig benutzbare Tür besitzt.
Gehen konnte das Monster bis heute nicht. Zu starke emotionale Ketten fesseln es an das Zimmer, in dem so viele Erinnerungen, Gedanken und Materie einer Beziehung – die keine ist – umherschwirren. Weggeschickt wurde es ebenso wenig. Ist es doch allzu nützlich.
Wieso also gehen? Lebt es doch als Monster wohl behütet in seinem Zimmer.
Mittwoch, 5. November 2008
Das Schreiben - Als Monster...
...wohl behütet.
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1 Kommentar:
hm....
ob man da noch was zu sagen kann...
ich weiß nicht. teilweise sehr toll geschrieben, zeilweise ein kleines bisschen störende formulierungen.
aber an sich ganz gut.
nur irgendwie macht es ne eklige stimmung und das find ich scheiße
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